Resilienz im Einsatz: Warum mentale Stärke im Ehrenamt kein Nebenthema ist

Am 17. Oktober 2025 wurde es beim gemeinsamen Ausbildungswochenende der Feuerwehren aus Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf bewusst still. Kein Einsatzgeschehen, kein Funk – sondern ein Thema, das im Alltag oft zu wenig Raum bekommt: mentale Gesundheit im Ehrenamt. Mit Florian Funkenkind stand jemand vorne, der genau dafür steht. Als Teil von Ehrenamt Plus bringt er nicht nur Erfahrung aus Feuerwehr, Rettungsdienst und Führung mit, sondern vor allem eines: den Mut, Dinge anzusprechen, die sonst gerne unter den Tisch fallen.

Wenn Einsätze nicht einfach vorbei sind

Der Einstieg war direkt aus der Praxis. Alarmierung am späten Abend, Gedanken auf der Anfahrt, erste Eindrücke am Einsatzort – und dann ein Szenario, das hängen bleibt. Genau das ist die Realität im Ehrenamt. Einsätze enden nicht immer mit „Alles gut“. Manche bleiben im Kopf, im Gefühl und im Alltag danach. Und genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung.

Der mentale Rucksack

Ein Bild, das hängen geblieben ist: der „mentale Rucksack“. Jeder Einsatz, jede Erfahrung landet dort. Manche Dinge lassen sich schnell verarbeiten, andere nicht. Wenn man sich nicht aktiv darum kümmert, wird dieser Rucksack irgendwann zu schwer. Das Problem ist nicht, dass er sich füllt – sondern dass wir oft so tun, als wäre er leer.

Belastung gehört dazu

Im Ehrenamt treffen oft mehrere Faktoren zusammen: unvorhersehbare Einsätze, emotionale Extremsituationen, Belastungen aus dem Privatleben und Spannungen im Team. Das ist kein Ausnahmefall, sondern Alltag. Genau deshalb reicht es nicht, nur über Technik, Taktik und Abläufe zu sprechen. Wer Einsatzkräfte stärken will, muss auch über ihre Belastung sprechen.

Resilienz ist trainierbar

Ein zentraler Punkt des Vortrags: Resilienz ist keine Eigenschaft, die man hat oder nicht hat. Sie lässt sich entwickeln. Die bekannten sieben Säulen wurden nicht als Theorie vermittelt, sondern als konkrete Haltung für den Alltag. Der Unterschied liegt darin, nicht nur zu wissen, was hilft, sondern zu verstehen, wie man es anwendet.

Team schlägt Einzelkämpfer

Gerade im Feuerwehrkontext ist Resilienz kein Solo-Thema. Kameradschaft, Vertrauen und eine offene Gesprächskultur sind oft entscheidender als jede individuelle Technik. Wenn nach belastenden Einsätzen nicht gesprochen wird, bleibt vieles im Kopf. Wenn gesprochen wird, entsteht Entlastung.

Kleine Werkzeuge, große Wirkung

Besonders stark war die Praxisnähe. Es ging um konkrete Dinge wie Atemtechniken, bewusstes Umlenken von Gedanken, persönliche Routinen und einen individuellen „psychologischen Notfallrucksack“. Kleine Werkzeuge, die im Alltag einen großen Unterschied machen können.

Fazit

Resilienz ist kein weiches Thema, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Menschen langfristig leistungsfähig bleiben – gerade im Ehrenamt. Der Abend hat gezeigt, wie groß der Bedarf ist und wie wichtig es ist, genau hier anzusetzen. Stärke zeigt sich nicht darin, dass nichts hängen bleibt, sondern darin, wie wir damit umgehen.

Dieser Vortrag heißt

Resilienz aufbauen